Presse

Herbstkonzert 2013

Klassische Musik lockt Massen an (WAZ, 18.11.2013)

Hattingen. „Volksbank klassisch“: Zum Herbstkonzert der Rhein-Ruhr-Philharmonie in der Gebläsehalle kamen am Samstagabend 700 Fans. Romantik, Moderne und Filmmusik standen auf dem Programm.

Romantik, Moderne und Filmmusik standen am Samstagabend in der Gebläsehalle auf dem Programm des Herbstkonzertes der Rhein-Ruhr Philharmonie und des Pianisten Nicolai Gerassimez unter Leitung von Thomas Schlerka.

Die Konzerte der Rhein-Ruhr Philharmonie haben inzwischen Tradition, auch an diesem Abend fanden 700 Fans den Weg in die Gebläsehalle, was Landrat Dr. Arnim Brux hervorhob: „Sie widerlegen das Vorurteil, klassische Musik könne die Menschen nicht anlocken.“

Zum Auftakt entführte die Rhein-Ruhr Philharmonie die Zuhörer nach Böhmen, wo sie mit Friedrich Smetanas (1824-1884) Stück „Moldau“ dem Lauf des Flusses von seinen verspielt sprudelnden Quellen bis zur breit flutenden Mündung folgen können. Lautmalerisch faszinierend veranschaulichte Stationen in Smetanas Komposition sind Stromschnellen und Bauernhochzeiten; auch auf volkstümlichen Überlieferungen beruhende Stimmungsbilder mit nächtlichen Nymphenreigen und romantischem Waldweben fehlen nicht in dem klingenden Panorama.

Star-Wars-Figuren werden lebendig

Hauptwerk des Abends war aber Sergej Rachmaninows (1873-1943) Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 c-Moll op. 18: Leise, dunkle Klaviermotive, sehr bestimmt in den Raum gestellt von Nicolai Gerassimez, übermitteln Impulse an das Orchester, die die Streicher in dunklen, unruhig bewegten Themen mit weicher Formgebung und warmem, sattem Glanz aufgreifen. Stilsicher gestaltet der souverän agierende junge Pianist den anspruchsvollen Klavierpart in schwerelosem Wechselspiel mit dem Orchester. Dirigent Thomas Schlerka nimmt sich Zeit, um Ruhemomente der Partitur wie das vor sich hin sinnende Adagio ausdrucksvoll zu gestalten, hebt aber auch Entwicklungsprozesse mit dramatischer Spannung und hinreißendem Schwung hervor.

Lautmalerische Motive über einem durchlaufend repetierten, in hellem Schlagzeug instrumentierten Begleitschema leitet die elegische Ballade „Musica per orchestra sinfonica“ des japanischen Komponisten Yasushi Akutagawa (1925-1989) ein. Im Wechsel mit fiebrig bebenden Passagen bezaubern klangschöne Stimmungsbilder. Helle gedämpfte Holzbläser prägen das Klangbild von „Gabriels Oboe“, einer Filmmusik von Ennio Morricone (*1929), die dem Jesuitenpater Gabriel im Roland-Joffé-Film „Die Mission“ hilft, das Vertrauen der Eingeborenen zu gewinnen. Mit einem Highlight der Filmmusik, der Star-Wars-Suite von John Williams (*1932), lässt die Rhein-Ruhr-Philharmonie die Hauptfiguren der bekannten Filmsaga von George Lucas in mitreißenden Klängen unter dem begeisterten Applaus des Publikums wieder lebendig werden.

Frühjahrskonzert 2013

Video des Konzerts Volksbank Klassisch Frühjahr 2013

Bezwingend und glasklar (WAZ, 21.04.2013)

"Hattingen. Rhein-Ruhr-Philharmonie unter Leitung von Ingo Ernst Reihl und Geigerin Elisabeth Dingstad boten Meisterwerke der Romantik in der Gebläsehalle.

Meisterwerke der Romantik präsentierte die Rhein-Ruhr-Philharmonie unter Leitung von Ingo Ernst Reihl zusammen mit der jungen Ausnahme-Geigerin Elisabeth Dingstad im Frühjahrskonzert der Reihe „Volksbank klassisch“ in der Gebläsehalle.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch eröffneten Ingo Ernst Reihl und die Rhein-Ruhr-Philharmonie ihren Streifzug durch die Romantik mit der „Egmont“-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven.

Schicksalsschwere Akkorde

Düstere schicksalsschwere Akkorde erinnern an das Los des flämischen Freiheitskämpfers, bis sich nach mahnendem Fanal eine lebensbejahende schwungvolle Melodie Bahn bricht, die sich im farbenreichen Spiel der Rhein-Ruhr-Philharmonie gegen den dunklen Themenkomplex zu behaupten sucht – eine kontrast- und spannungsreiche Interpretation, deren Dramatik Reihls markant formendes Dirigat in vielfältigen Klangschattierungen hervorhebt.

Ein Höhepunkt der deutschen Romantik ist das Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 77 von Johannes Brahms. Latente Spannung bebt in den flexibel agierenden dunklen Streichern, bis nach einem kraftvoll umrissenen Gegenthema im ersten Satz Elisabeth Dingstads nuancenreiches Violinsolo in einer weltverlorenen Melodie träumerische Innigkeit mit nahezu wienerischer Leichtigkeit verbindet. Auch große dramatische Entwicklungen gestaltet die hochschwangere junge Solistin in einem facettenreichen und ausdrucksvollen Spiel im Dialog mit der von Reihl in entschiedenem Duktus und vollem Klangspektrum ungemein beweglich geführten Rhein-Ruhr-Philharmonie. Der langsame zweite Satz formt sich zu einer innigen Melodie von liedhafter Einfachheit, aus der sich Elisabeth Dingstads bezwingendes Solo in glasklaren und vollen Tönen herauskristallisiert und zu einer romantischen Klangträumerei entwickelt. In jubilierendem Thema mit folkloristischen Akzenten und einer virtuosen Solokadenz Ding­stads klingt das Konzert aus.

Verhaltene postromantische Klänge leiten die Symphonie d-Moll des belgischen Komponisten César Franck ein. Dramatisch bebende Streicher zögern den Kulminationspunkt des Orchesterthemas in immer neuen Steigerungswellen hinaus, bis sich die Spannung in vollen dunklen Klangfarben entlädt – ein Prozess, den Ingo Ernst Reihl und die Rhein-Ruhr-Philharmonie in klaren Konturen und zügigen Tempi gestalten. Nach dem Klanggemälde des langsamen zweiten Satzes mündet die Sinfonie in ein machtvoll strömendes Leitthema ein. Mit einer Zugabe aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ bedankten sich die Künstler."

Carmina Burana auf der Hütte 2012

"Mit und ohne Regen war „Carmina Burana“ eine große Show, die begeisterte... Der Anblick ist einfach beeindruckend: Schwarz gekleidet halten die Musiker ihre Geigen in den Händen, dann die unzähligen weißen Helme der Chorsänger – und hinter der Bühne ragt der bombastische Hochofen vorm weiten Himmel hervor. Mit der Aufführung von „Carmina Burana auf der Hütte“ haben die Projektleiter Patric Albrecht und Wolf Dieter Schäfer von „commedia musicale hattingen“ – gemeinsam mit den mehr als 500 Beteiligten – etwas ganz Besonderes geleistet. Sie füllen das Hüttengelände so mit Leben, wie es einst wohl nur zu Zeiten der Roheisenproduktion geschah." (WAZ, 18.06.2012)

Mit viel Spielfreude, Engagement und Gänsehaut auf und vor der Bühne wurden die Aufführungen der "Carmina Burana auf der Hütte 2012" vom 15. bis 17. Juni 2012 zu einem fantastischen Erfolg. Wir möchten uns an dieser Stelle für die große Begeisterung und Unterstützung bedanken, die wir von so vielen Menschen während der langen Vorbereitungszeit und den Aufführungen erfahren durften. Die Teilnehmer in den Chören, dem Orchester, im Vorprogramm und als Helfer hinter den Kulissen haben sich mit viel Enthusiasmus in das Projekt eingebracht und damit den Erfolg erst ermöglicht! Und natürlich gilt unser besonderer Dank ihnen, dem Publikum, das für ausverkaufte Vorstellungen gesorgt und alle Akteure nicht nur mit dem verdienten Applaus geehrt hat, sondern auch vor Begeisterung allen widrigen Umständen einer etwas feuchten Open-Air Premiere getrotzt hat.

Video von Carmina Burana auf der Hütte 2012